ENTDECKE DIE WELT: Dublin

Heute mal ein Beitrag, der von Sina aus Hamburg eingereicht wurde. Sie war in Dublin, der Hauptstadt Irlands, unterwegs und berichtet von Ihren Erlebnissen. Mit ihren 527.612 Einwohnern scheint die Stadt zunächst nicht besonders groß, entpuppt sich jedoch als vielfältiges Reiseziel.

Hi, ich bin Sina, 17 Jahre alt, komme aus dem schönen Hamburg, wo ich noch ein Jahr zur Schule gehe bis ich endlich fertig bin und war deshalb kurz vor den Sommerferien mit meinem Profil in Dublin. Warum Dublin? Naja, ich bin im „Sprachenprofil“ wie wir es nennen oder wie unsere Schule es nennt das „Profil Weltsprache Englisch“. Hieß für uns also: wir müssen ins englischsprachige Ausland, zur Auswahl standen Edinburgh oder Glasgow in Schottland,  Manchester oder Liverpool in England oder halt Dublin in Irland. Nach gefühlt tausenden Abstimmungen haben wir uns dann schließlich für die irische Hauptstadt entschieden.  Mit einem ungefähren Plan trafen wir uns am Montagmorgen um 9 Uhr am Ryanair Schalter des Hamburger Flughafens und die beiden uns begleitenden Lehrerinnen begrüßten uns motiviert, aber niemand wusste so wirklich was auf uns zukam.

Angekommen in der irischen Hauptstadt hatten wir dann erstmal das Gefühl in Spanien zu sein, denn wir wurden von 26 Grad und strahlendem Sonnenschein begrüßt. Nach einer halbstündigen Fahrt in einem viel zu vollen Doppeldeckerbus, wo ich fast auf dem Schoß von ein paar Engländern gelandet wäre, weil die Straße so viele Schlaglöcher hatte, kamen wir in unserem Hostel an.

Der erste Eindruck: Jo, es ist Pride Month und das fühlen die hier auch so richtig. Als wir uns dann ein Weg durch die tausend bunten Flaggen gekämpft hatten und unsere winzigen aber ganz netten Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns unten alle um nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder etwas zu essen. Wir zogen los, immer unseren Lehrerinnen hinterher, und guckten uns ein bisschen die Gegend an.

Erster Tipp: Meidet vielleicht eher die North Side, also den Teil Dublins, der nördlich des Flusses Liffey liegt, denn dort gibt es außer „The Spire“ – oder wie wir sie liebevoll nannten: „die Riesen-Nadel da“, nicht wirklich etwas spektakuläres zu sehen. Die Sehenswürdigkeiten sind eher in der South Side und einige Ecken der North Side sind wirklich nicht schön, es laufen sehr merkwürdige Menschen, Junkies usw. durch die Gegend. Naja, whatever.

Am nächsten Tag besuchten wir jedenfalls das Dublin Castle, wo wir eine einstündige Führung bekamen, die ganz interessant war und die Räume und Orte die uns gezeigt wurden teilweise echt beeindruckend. Nachmittags haben unsere Lehrerinnen uns dann in das National Museum of Ireland geschleppt, was sich als Archäologisches Museum entpuppte und wo nur Steine rumlagen, sodass wir sofort in das kleine Café dort geflüchtet sind, wo es dann ganz gemütlich war.  Wenn ihr euch also nicht extrem für sowas interessiert, geht da vielleicht nicht unbedingt rein, auch wenn es, wie die meisten Museen in Dublin, kostenlos ist.

Mittwoch waren wir dann in der Saint Patrick’s Cathedral, die sehr schön aber auch sehr touristisch und voll ist, wenn ihr also schon viele Kathedralen in Großbritannien oder Irland gesehen habt, wird euch diese nicht vom Hocker reißen, sehr schön ist sie trotzdem und der anliegende Park ist nett für ein Picknick. Die Christ Church Cathedral, an der wir nur vorbeigegangen sind, sah übrigens von außen auch sehr schön aus, also vielleicht auch einen Besuch wert. Und falls ihr gerade in der Nähe seid, könnt ihr mal in den kleinen Laden „Jam Art Factory“ in der Patrick Street schauen, da gibt es echt schöne Bilder, Fotografien und Fotomontagen anzugucken und zu kaufen.

Ich war an dem Tag noch mit meinen Freunden in der Grafton Street, der Shoppingmeile Dublins, die zwar voll aber echt ganz schön ist, da dort überall Straßenmusiker stehen, die häufig Ed Sheerans „Galway Girl“ singen, worin nämlich die Grafton Street vorkommt, aber natürlich werden auch sämtliche andere Lieder von unterschiedlichsten Interpreten zum Besten gegeben.

Wenn man an das südliche Ende der Grafton Street kommt, sieht man ein großes Denkmal, den Fusilier’s Arch, welches gleichzeitig den Eingang zum Saint Stephen’s Green darstellt. Dort ist es besonders abends im vorderen Teil des Parks recht voll, aber man findet immer noch irgendwo ein schönes Plätzchen auf einer Wiese und es herrscht eine sehr angenehme Stimmung.

Natürlich ist auch das Schlendern durch den Temple Bar District ein Muss in Dublin, auch wenn die bekannte rote Temple Bar an sich sehr touristisch ist, toll sieht sie trotzdem aus. Und auch die kleinen Straßen und Gassen sind sehr idyllisch und als wir da waren hingen in der kompletten Stadt, aber besonders auch in diesem Stadtteil, massenhaft Pride Fahnen, sogar auf Bussen, in Supermärkten und an Brücken war alles kunterbunt dekoriert.

Grundsätzlich hatten wir das Gefühl, dass die Iren sehr tolerant und offen sind und die Einstellung vieler Iren haben wir gerne als „I don’t give a single f**k“ zusammengefasst. Passte irgendwie immer wieder, zum Beispiel auf der Straße, wenn uns ein Mittsechziger in Badehose entgegenkam und es keinen Iren zu wundern schien oder wenn ein irisches Kind abends um 23 Uhr draußen Fußball spielte und die Eltern danebensaßen und Zeitung lasen. Eigentlich war das aber irgendwie auch das, was die Iren so sympathisch gemacht hat; ihre lockere und offene Art.

Am Donnerstag haben wir dann auf Empfehlung einer Freundin, die 10 Monate in der Nähe von Dublin gewohnt hat, den Howth Cliff Walk gemacht. Howth ist eine Halbinsel in der Bucht von Dublin, wo man mit dem DART (Dublin Area Rapid Transit) sehr gut hinkommt.

Wir hatten perfektes Wetter, kein Wölkchen war am Himmel zu sehen und es waren sage und schreibe 28 Grad (und das in Irland!), sodass wir uns alle unsere Jacken auf den Kopf gebunden haben, um keinen Sonnenstich zu bekommen, der Weg hat nämlich so gut wie nie Schatten, ist aber traumhaft schön! Man hat einen unfassbar tollen Blick auf das Meer, die teils sehr steilen Klippen, einen kleinen Leuchtturm und etwas später den ganzen Dublin Bay.

Der Walk ist allerdings nichts für etwas Faule, Fußlahme oder kleine Kinder, denn es geht teils relativ steil bergauf und später bergab und der Weg ist extrem uneben und außerdem manchmal sehr schmal und bewachsen oder geht sehr nah am Rand der Klippen entlang. Soweit ich weiß gibt es drei Routen, wir sind glaube ich die kürzeste gelaufen, aber das hat definitiv gereicht, vor allem bei dem Wetter, wir waren fix und fertig!

Unten im kleinen Ort wieder angekommen, haben wir bei „Beshoff Bros“ Fish and Chips gegessen und haben uns danach noch etwas unsere Füße im angenehm kalten Wasser abgekühlt – baden durften wir leider nicht.

Also für alle die etwas Natur und Bewegung mögen ist dieser Cliff Walk genau das richtige, wir hatten alle mega viel Spaß!

Freitag war dann unser letzter Tag in Dublin wo wir erst zum Trinity College gelaufen sind und dort eine der Führungen von Studenten des Colleges mitgemacht haben. Der Student war trotz eines Hangovers und Pollenallergie, wir er uns erzählte, sehr lustig, nett und offen, die Führung war jetzt nichts Besonderes, aber es war interessant einen Einblick in die dortige Studentenwelt zu bekommen, denn er hat tatsächlich alle unsere neugierigen Fragen beantwortet. Anschließend haben wir uns das sich dort befindende Book of Kells (alte Schriftstücke aus dem achten oder neunten Jahrhundert) angeguckt; ganz interessant aber auch nicht komplett überwältigend, wenn man nicht gerade ein großes Interesse an Literatur und Literaturgeschichte hat, die Bibliothek oben war aber sehr hübsch.

Nachmittags sind wir alle in den Phoenix Park, der etwas im Westen der Stadt liegt, gelaufen (und ein paar Leute sind mit der Straßenbahn LUAS gefahren). Der Park ist einer der größten innerstädtischen Parks der Welt und wir sind nur auf dem allerersten Teil rund um den kleinen Teich geblieben, man kann sich am Eingang aber auch Fahrräder mieten und durch den riesigen Park fahren, vom ersten Eindruck her war der Park echt nett, wenn auch als wir dort waren aufgrund der Hitze ein bisschen ausgetrocknet.

Abends waren wir im Pub „Hughes Bar“ in einer sehr zwielichtigen Gegend in der North Side, genauer gesagt in der Chancery Street Ecke St Michan’s Street, es handelte sich aber um die Empfehlung eines irischen Freundes unserer Lehrerin, der meinte, dass das ein sehr typisches altes Pub ist, wo auch die Einheimischen hingehen. Und genau das war es auch, gegen 21:30 Uhr kamen sogar drei ältere Männer, die dann gemeinsam Musik gemacht haben und die Stimmung dort war echt ausgelassen und toll. Zu essen gab es leider nur Ham and Cheese Sandwich, worauf wir nicht so Lust hatten und dann sind wir alle nochmal rausgegangen um was zu essen.

Ich bin mit ein paar Freunden zu „Boojum“ im Millennium Walkway gegangen, den gibt es öfter in Dublin, man kann dort extrem lecker und relativ preiswertes mexikanisch Essen bekommen (to go oder dort an den Tischen essen, aber aufgebaut wie  in Dönerläden). Nachdem wir 15 Minuten auf unser Gemüse für eine vegetarische Burrito Bowl warten mussten, was uns überhaupt nichts ausgemacht hat, weil wir sowieso genügend Zeit hatten, bekamen wir unsere 8€ Burrito Bowl dann von den extrem netten Mitarbeitern geschenkt! Der Laden ist (nicht nur wegen dem kostenlosen Essen) sehr zu empfehlen und auch dort aßen viele Einheimische.

Am frühen Samstagmorgen ging es dann zurück nach Hamburg. Ja, das war dann schon meine Woche in Dublin mit der Klasse, perfektem Wetter, einer neuen Stadt, schönen und interessanten Orten und Erfahrungen. Ich kann jedem empfehlen, die Stadt einmal zu besuchen, aber auch unbedingt etwas raus aus der Stadt zu fahren um die schöne Natur Irlands zu genießen.

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